Die Grüne Bürgerliste zeigt sich hoch erfreut, dass die E-Werk-Konzession Brixen (Stausee Franzensfeste und Mühlbach) endlich in Südtiroler Hand kommt und dass die Erträge keinem Privaten sondern allen Südtirolern zugute kommen.
Bei dieser Konzession geht es um viel Geld. Man spricht davon, dass die Gewinner dieser Konzession in den nächsten 30 Jahren um die 250 Millionen Euro erwirtschaften werden, von denen ca. 75 Millionen als Ausgleich in Umweltmaßnahmen investiert werden.
Aus Brixner Sicht sehen wir das ganze mit einem hoffnungsvollen und einem weinenden Auge. Hoffnung haben wir, dass wir nun endlich das 20 Jahre lang ungelöste Problem der vielen Hochspannungsleitungen (linke Eisackseite, Milland) durch Verlegung lösen können. Weinen oder zumindest klarstellen wollen wir aber auch, dass wir durch ungeschicktes Verhalten der Stadtverwaltung die Chance vertan haben, die Konzession in Brixner Hände zu bekommen. Die Stadtwerke Brixen, 100%iges Eigentum der Stadt Brixen, hat sich an der Ausschreibung der Konzession bemüht, hat aber keinen Umweltplan vorgelegt und ist damit unter den 5 Bewerbern an die letzt Stelle gereiht worden. Die Behauptung, man hätte keine Bewertungskriterien vom Land erhalten, sind nicht nachvollziehbar, weil die anderen 4 Bewerber Umweltpläne abgegeben haben.
Die Stadtverwaltung ist gut beraten, ihre Kräfte nicht in der Verteidigung der unglücklichen Verwaltung zu suchen, sondern ihre Chance in einer guten Zusammenarbeit mit dem Gewinner der Konzession, der SEL, zu suchen. Die Stadtverwaltung sollte sich genau überlegen, ob der angekündigte Rekurs gegen diese Konzessionsvergabe der Landesregierung der richtige Weg ist. Viel Erfolg versprechender erscheint uns eine verbindliche Auseinadersetzung mit dem Umweltplan der SEL, der z.B. in Bezug auf Verlegung der Hochspannungsleitungen sehr vage formuliert ist und auch dazu führen könnte, dass wir weitere 20 Jahre auf die Beseitigung dieser Plage warten müssen. Nach verpatzter Chance sollten wir mit dem Spatz in der Hand zufrieden sein und nur wenn wir auch den Spatz nicht sicher in die Hand bekommen, sollten wir an einen Rekurs denken.
Fehler kann jeder machen, aber es darf laut darüber nachgedacht werden, ob wir genügend Kompetenz im Verwaltungsrat unserer Stadtwerke vorgesehen haben.
Roman Zanon
Klauspeter Dissinger
Für die Grüne Bürgerliste Brixen
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