Abdrift von chemischen Spritzmitteln im Obstbau / Spray chimici utilizzati nella frutticoltura

2016.05.23 Anfrage zur Anbringung von chemischen Spritzmitteln im Obstbau

2016.06.14 Antwort auf Anfrage zu Abdrift von chemischen Spritzmitteln

Rispetto delle linee guida per la tutela della popolazione dagli spray chimici utilizzati nella frutticoltura
Riassunto e commento della risposta alla interrogazione delle Lista Alternativa Ecosociale 

spritzmitteleinsatz-3Nella loro risposta il sindaco e l’assessore competente Unterrainer confermano che il controllo spetta alla polizia municipale; le multe vengono emanate dal sindaco. La polizia municipale fa dei controlli frequenti nei cosiddetti punti caldi, cioè in Via Von-Unterrichter, a Sarnes e ad Albes. Due agenti della nostra Polizia municipale hanno frequentato un apposito corso di formazione. Nel 2015 è stata emessa una contravvenzione, nel 2016 ancora nessuna. Le segnalazioni vanno fatte alla Polizia Municipale.

Lungo le ciclabili su suolo pubblico in futuro verranno affissi dei cartelli con informazioni sulla applicazione dei pesticidi. È in elaborazione una delibera provinciale che prevedrà la chiusura temporanea di ciclabili e sentieri su suolo privato.

Per quanto riguarda le distanze vengono citate le disposizioni contenute nel Piano di Azione Nazionale che di regola sono metri 30; nel caso di presenza di barriere vegetali continue alte almeno 3 metri con copertura fogliare fitta o nel caso di utilizzo di atomizzatori con ugelli antideriva la distanza può essere ridotta a metri 10.

Non esistono invece disposizioni per aree adiacenti a conduzione integrata (con uso di pesticidi) e a conduzione biologica (con uso esclusivo di prodotti fitosanitari biologici).

Il nostro commento:

Le risposte sono esaustive e sia il sindaco che l’assessore all’ambiente Unterrainer concordano che a questa tematica importante per la tutela della salute delle persone, degli animali e in generale per la salvaguardia dell’ambiente deve essere data la dovuta importanza.

Noi come Alternativa Ecosociale proponiamo che la tematica venga seguita e discussa in un gruppo di lavoro al quale partecipino tutti gli interessati; informazioni corrette, rispetto reciproco, reciproca comprensione per i diversi ruoli sempre nel massimo rispetto delle disposizioni di legge sono a nostro avviso l’unico presupposto per una buona convivenza.

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Abdrift von chemischen Spritzmitteln im Obstbau: Einhaltung der Richtlinien zum Schutz der Bevölkerung

In der Gemeinderatsitzung vom 23. Juni 2016 wird unter anderem eine Anfrage unsere Grünen Bürgerliste/Alternativa Ecosociale zum Schutz der Bevölkerung bei Abdrift von chemischen Spritzmitteln im Obstbau behandelt.

Die Abdrift von chemischen Spritzmitteln im Obstbau ist auch in unserer Gemeinde Brixen ein gefühltes Thema und wir stellen fest, dass das Problembewusstsein in der Bevölkerung stark gewachsen ist. Pestizide stellen im Falle von nicht korrekter Ausbringung eine Gefährdung der Gesundheit von Menschen und Tieren und generell eine Gefährdung der Umwelt dar. Aus diesem Grund haben wir eine detaillierte Anfrage zu diesem Thema eingebracht.

In seiner Antwort weist der Bürgermeister darauf hin, dass die Gemeindebehörden (Stadtpolizei Brixen) für die Überwachung der Vorschriften zuständig sind. Die Verwaltungsstrafen werden vom Bürgermeister verhängt. Außerdem führt die Stadtpolizei vorbeugende Kontrollen an sogenannten „hot-spots“ wie z.B. beim Von-Unterrichter-Weg, in Sarns und Albeins durch.

Auf öffentlichen Radwegen sollen zukünftig Schilder angebracht werden, welche auf die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln hinweisen. Weiteres ist ein Beschluss des Landes in Ausarbeitung, der eine kurzfristige Sperrung von Rad- und Wanderwege auf privaten Gründe regeln könnte.

Um die Abdrift bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren, wird auf den Nationalen Aktionsplan (PAN) hingewiesen

z.B. sieht dieser Plan vor, dass Abstände von 30 Metern, in unmittelbarer Nähe von sensiblen Zonen, eingehalten werden müssen. Aufgrund mindernder Maßnahmen wie z.B. das Errichten von Schutzhecken, kann dieser Abstand auf 10 Meter reduziert werden.

Außerdem wird hingewiesen, dass es für nebeneinander liegende landwirtschaftliche Grundstücke keine speziellen gesetzlichen Abdrift Regeln gibt, was wir bedauern.

Wir sind der Meinung, dass an diesem wichtigen Thema alle Beteiligten gemeinsam arbeiten sollten und regen die Einsetzung einer Plattform an, wo all diese Themen diskutiert werden können. Korrekte Informationen, gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Verständnis bei absoluter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sind Voraussetzung für ein gutes Nebeneinander.

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Im Labyrinth der Demokratie

Im Irrgarten der Demokratie: Die Zwischenlösung für den Hofburggarten macht historische Anlage zum Eventparadies und blockiert Dauerlösung.

Gestern haben die Stadtregierung und die Tourismusgenossenschaft von Brixen mit dem Präsidenten der Hofburg das Geheimnis gelüftet: Der Hofburggarten wird ab Ende Juli 2016 für gut zwei Monate geöffnet und als Maisfeld nach Vorschlag des Eventdesigners Steiner Sarnen Schweiz neu gestaltet.

Durch den bis dahin aufgeschossenen, meterhohen grünen Dschungel führt dann ein Labyrinth, dessen Irrgänge man erfolgreich passieren muss, bis ein Elefant erreicht wird, der als Aussichtsplattform das Gelände krönt. Ein 200.000 € teurer Erlebnispfad für Brixner und Gäste, zu dessen Gestaltung Gemeinde und Tourismusgenossenschaft je 50.000 € beisteuern und der durch Eintritte mit finanziert wird. Alles im Zeichen des Elefanten Soliman, der auf dem besten Weg scheint, das Lamm als Wappentier von Stadt und Diözese abzulösen.

Als Brixner Bürger sollte man auf den ersten Blick zwar beglückt sein, wenn in das Grüne Herz der Stadt neues Leben einkehrt, bei näherer Betrachtung aber hält sich die Freude in Grenzen und weicht entschiedener Kritik, dies aus drei Gründen:

1. Wo bleibt die sanfte Lösung? Erst 2015 hat der Stadtrat beschlossen, nach achtjähriger, teuer bezahlter Nutzung des Hofburggartens, das Projekt eines „Pomariums“, einer Streuobstanlage, zu planen und in Angriff zu nehmen. Eine sanfte Lösung, zwar wenig spektakulär, aber dennoch attraktiv, die die historische Nutzung als Obstanger zeitgemäß fortsetzt. Eine Lösung, die Besucher anzieht und dem langfristigen Charakter der Anlage entspricht. Dieses Projekt, mit dem Stadtrat um BM Pürgstaller auf partizipativem Weg erarbeitet, wird nun kurzfristig über Bord geworfen. An seine Stelle tritt ein eventlastiger Irrgarten, der dem auf Ruhe und Beschaulichkeit ausgerichteten Charakter der bischöflichen Residenz Hohn spricht. Dompropst und Alt-Landeskonservator Karl Wolfsgruber (1917-2009), als Direktor des Diözesanmuseums und Bauherr der „zweite Gründer“ der Hofburg, der ihre Würde stets zu wahren wusste, hätte eine solche Lösung mit Sicherheit abgelehnt; das Urteil von Denkmalpflegerin Waltraud Kofler Engl geht in dieselbe Richtung.

2. Wo die Bürgerbeteiligung? Ein Entscheidungsprozess, der über ein Kernstück von Brixen einschneidend verfügt, muss auf demokratischem Weg getroffen werden. Über eine mehrere Hektar große Fläche, deren Miete seit 2008 nicht mehr weit von einer Viertelmillion Euro entfernt ist und die das Stadtbild Brixens grundlegend prägt, darf nicht nur ein kleiner Kern von Entscheidungsträgern von Gemeinde und Tourismusverein verfügen. Brixens Bürgerinnen und Bürger sind, wie jene Südtirols, mündig genug und willens, bei so weit reichenden Entscheidungen ihre Wünsche und Sachkenntnis einzubringen, zumal sie bereits ihre Steuergelder zur Verfügung gestellt haben. Die neue Stadtregierung aber scheint nach dem Referendum zur Plose den Weg demokratischer Bürgerbeteiligung zu scheuen und die schnelle Entscheidung zu suchen, im Sinne von Effizienz und Wirtschaftlichkeit, aber zu Lasten der Wünsche und Urteilsfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Manchen wird das Eventlabyrinth gefallen, viele aber, die sich ihr feines Gespür für den Charakter Brixens bewahrt haben, werden sich schmerzlich übergangen fühlen.

3. Der Hofgarten ist eine beeindruckende Anlage, aber ein ökologischer Sanierungsfall: Bodenproben haben ergeben, dass sein Boden nach jahrzehntelangen Spritzungen mit Pestiziden bzw. Pflanzenschutzmitteln schwer verseucht ist und vor weiterer Nutzung eigentlich tief greifend bonifiziert werden müsste. Nun geschieht das Gegenteil: Für das Aufkommen des Maises sind weitere Sprühungen notwendig, zudem wird mit Mais eine Pflanze massenhaft im Hofburggarten ausgebracht, deren ökologische Verträglichkeit in der Kritik steht. Eine wenig glückliche Botschaft für die Zielen der Nachhaltigkeit verpflichtete „Gartenstadt“ Brixen.

Umso mehr sind Gemeinde, Tourismusgenossenschaft, vor allem aber Bürgerinnen und Bürger gefordert, das Labyrinth schneller Events und Entscheidungen zu verlassen und für den Hofburggarten eine langfristige Lösung anzupeilen. Eine Lösung, die dem Charakter der Anlage und unserer Stadt besser entspricht als der vielleicht erfolgreiche, aber wenig nachhaltige Labyrinth-Schnellschuss.

Hans Heiss, Bürger und Historiker aus Brixen
Landtagsabgeordneter